IM TEST: ArtNight – das neue „Jeder kann malen“-Event

ArtNight Erfahrungen

Ich bin Banksy. So, jetzt ist es endlich raus. Der berühmte britische Streetart-Künstler, dessen wahren Namen niemand kennt? That’s me. Der Beweis: Das total echte Banksy-Bild, das ich vorgestern Abend gemalt habe. Um ehrlich zu sein, waren aber noch etwa 25 andere Leute da, die das gleiche Motiv gemalt haben. Sind wir jetzt also alle Banksy???

ArtNight – das neue Malevent

Nein, wir haben bloß alle an einer ArtNight teilgenommen. Kennt ihr nicht? Macht nix, ich bis vor Kurzem auch nicht. Das ist ein neues Eventkonzept, das letztes Jahr auch mal bei „Höhle der Löwen“ war, gibt es inzwischen in rund 40 Städten in Deutschland und Österreich.

The Oak's Bar Cocktailbar Düsseldorf

Das Konzept

Man kauft ein Ticket für 34-39 Euro und trifft sich dann mit anderen Menschen in einer Bar oder einer ähnlichen Location. Bei mir war es „The Oak’s Room“ in der Düsseldorfer Altstadt. Sehr nette, kleine Cocktailbar. Dort stehen dann für jeden eine Staffelei mit einer 30×40 cm großen Leinwand, drei Pinsel in verschiedenen Stärken, ein Bleistift und ein Wasserbecher zum Auswaschen bereit. Dazu ein Pappteller, auf den man sich später Kleckse von den ausgewählten Farben macht. Ach so, und eine Schürze.

Farben von Marabu

Dann malen alle das gleiche, vorher vorgegebene Bild (den Termin sucht man sich am besten danach aus, welches Bild einem gefällt). In unserem Fall „Banksy Washing Zebra“. Unterstützt wird man dabei von einer Künstlerin, die zwischendurch hilfreiche Tipps gibt, oder auch mal frisches Wasser oder Farbe bringt. Bei uns war es eine nette Dame namens Ricarda Kowollik-Farhat.

Art Night Düsseldorf Banksy

Man muss nicht mal-geübt sein

Keine Angst, das ist weniger schwierig, als es klingt, denn die Grundstruktur des Motivs paust man auf die Leinwand drauf. Es ist also eher ein Ausmalen, bei dem sich die kreative Freiheit auf die Farbwahl und – je nach Bildvorlage – auf die Hintergrundgestaltung beschränkt.

Vorwissen für Art Night

Ja, das mit dem Hintergrund, das ist allerdings so eine Sache. Bei mir zumindest… Die Anweisung war: „Sucht euch so zwei bis drei Farben und grundiert den Hintergrund, damit er nach einer Wand aussieht.“ Ich gedacht: „Nichts schreit mehr nach Wand als eine Ziegelmauer!“ Der Tipp der Künstlerin: „Dann misch am besten Rot, Orange und ein bisschen Schwarz.“ Gesagt, getan. Nach dem Auftragen auf die Leinwand sah das Ganze allerdings eher wie ein blutiges Gemetzel aus. Auf MEINER Leinwand! NICHT SCHÖN!!!! Um diese Assoziation zu entschärfen, habe ich dann weiße „Mörtel“-Linien eingezogen und auf Rat der Künstlerin die Ecken der „Ziegel“ mehr betont. Hat auch geholfen. Zum Glück. Dauerte aber alles ein bisschen.

Minuspunkte für zu straffen Zeitplan

Das Ergebnis: Als sich die Deadline von 2 Stunden für die Fertigstellung des Bildes stramm näherte, war ich noch nicht einmal ANSATZWEISE fertig! Die letzten 20 Minuten ist mein Pinsel also quasi übers Bild galoppiert und hat Zebrastreifen im Höchsttempo ausgemalt. Aber – sollte die Veranstaltung nicht locker und entspannt sein und zum Plaudern mit fremden Menschen anregen? Nun, also, entspannt war ich irgendwie nicht…

Zu meiner Verteidigung: Die Teilnehmerin am Nachbartisch kam auch arg in Zeitnot. Und das ganz OHNE optisch bedenkliche Ziegelmauer (siehe Bild unten)! Und sie war sogar schon zum zweiten Mal bei einer ArtNight und sagte, bei der ersten sei es ähnlich gewesen.

Banksy Washing Zebra

Ich würde mir von den Organisatoren also wünschen, dass sie die Dauer der Veranstaltung von vorneherein etwas großzügiger ansetzen.

Fazit

Spaß hat es aber trotzdem gemacht und ich kann mir gut vorstellen, demnächst mal wieder an einer ArtNight teilzunehmen. Dann mache ich es vielleicht wie die Freundin, die mich dorthin begleitet hat, und gestalte meine Bildversion total minimalistisch. (Das Bild hier im Vordergrund. Hinten links bin ich zu sehen, gerade hektisch-konzentriert am Zebraausmalen.)

ArtNight Bilder

Dann komme ich gut mit der Zeit hin und kann vielleicht sogar entspannt plaudern. Ziegelmauern sind beim nächsten Bild jedenfalls tabu!

Die gute Nachricht: Meine Banksy-Version fand ich am Ende sogar ganz hübsch.

Es grüßt

Banksy Bastelschaf

Vorgestellt beim creadienstag

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.